Monat: Januar 2009

Immer diese ängstlichen Frauchen!!!

Katerchens Kolumne

  Schreck zu nächtlicher Stunde: beim Kuscheln mit meinem Frauchen wurde sie auf einmal ganz hysterisch.
  Sie fummelte andauernd an meiner Kehle herum und fing schließlich sogar an, viele Tropfen Wasser über
  ihr Gesicht kullern zu lassen. Was ich ja gar nicht mag, im Vertrauen gesagt; sie macht dann immer so
  komische Geräusche dabei… Und das alles nur, weil ich einen dicken Knoten an der Kehle habe. Gottchen,
  sowas gibt’s schon mal, da muss Frauchen doch nicht gleich panisch werden!!! Tze…
  Natürlich saß ich dann senkrecht im Bett und malte mir schon die schlimmsten Geschichten aus – und ich
  hatte Recht: gestern Abend wurde ich von Herrchen eingefangen. Und das, nachdem ich ihn sooo freudig
  begrüßt hatte nach seinem Seminar; er war nämlich drei Tage lang weg und kam ganz traurig heim, weil in
  seiner Arbeit so viele Leute bald nicht mehr mehr wissen, ob sie demnächst noch die Brekkies für ihre Katzen
  bezahlen können. Na, hoffentlich muss auch ich nicht bald anfangen, Vorräte zu bunkern…

Jedenfalls hat er mich doch glatt am Schlafittchen gepackt und in diese eklige Transportbox gestopft. MAU!!! ICH HASSE DAS!!! Vor allem, wenn man dann noch in diesem schaukelnden, rollenden Blechdings durch die Gegend gejuckelt wird. Und erst recht, wenn man dann in diesen weißen Raum kommt, in dem schon andere Tiere schreien und in dem es so nach Angst und Spritzen und was-weiß-ich-noch-alles riecht…
Prompt gab’s dann auch Begaffe von allen Seiten und einen Pieks in den Popo (ich wurde geimpft, sagte Frauchen). AUA, UNVERSCHÄMTHEIT! Frauchen guckte dann ganz erleichtert und nuschelte was von „nur ein angeschwollener Lymphknoten„, und diese komische weiße Frau murmelte „nix Schlimmes, aber weiter beobachten„. Hach je, schnauf!
Dann ging es wieder zurück in diese blöde Kiste. Erwähnte ich schon, dass ich die nicht…. Ach so, okay. Als Trösterchen dafür gab’s hinterher wenigstens ein paar Stückchen Frikadelle. Na also – steht mir als Alpha-Kater des Hauses ja wohl auch zu!!!


Stöckchen

Hups hechel – Stöckchen von Caia gefangen

  • Würdest Du Dich selbst heiraten?
    Ich bin doch nicht verrückt…
  • Was  richtet mehr Schaden an, schonungslose Aufrichtigkeit oder Unehrlichkeit?
    Unehrlichkeit. Obwohl ich schon sehr sehr oft auf die Nase gefallen bin mit meinem „auf Teufel komm raus die Wahrheit sagen“ und dadurch sogar eine sehr gute Freundin verloren habe – definitiv Unehrlichkeit.
  • Welchen Ersatz hast Du für den Verlust Deiner Schönheit?
    Ich habe es noch nie schlimm gefunden, Falten zu kriegen. Obwohl sich das ruhig noch was hinziehen darf… 😉
    Viel entsetzlicher fände ich es, meinen Verstand zu verlieren. Außerdem benötige ich meine rechte Hand (zum Schreiben) und mindestens ein Auge (zum Lesen). Die restlichen Ersatzteile sind nicht so wichtig…  🙂
    Habe übrigens „für nachher“ auch seit Jahren einen Spenderausweis – sollte eine Selbstverständlichkeit sein!!!
  • Was tust Du als erstes in einer fremden Stadt?
    Mir die Menschen ansehen.
  • Du mußt wählen: Dein Heimatland für immer verlassen oder es nie wieder verlassen – was würdest Du tun?
    Es für immer verlassen. Obwohl ich es furchtbar fände, meine Heimat nie mehr wieder zu sehen – aber noch schlimmer wäre für mich der Gedanke, eingesperrt zu sein.
  • Was denkst Du: Hast Du den schönsten Tag Deines Lebens noch vor Dir oder schon hinter Dir?
    Hm… also es gab schon ein paar sehr schöne. Aber ich hoffe mal, es kommen auch noch welche!
  • Du kannst eine Million für Dich haben oder zehn Millionen für einen guten Zweck – was wählst Du?
    Na logisch – die Million für mich! Davon würde ich dann ein Haus kaufen, einen neuen „Tyros 3“ und Bose-Boxen für meinen Schatz, eine Nikon D3x und ein 200-400er Objektiv für mich – und dann würde ich meinem Stiefvater, meiner Schwester und meiner Tochter ein bißchen abgeben und für meine Enkelin Lena ein Sparbuch anlegen. Das ist dann genug für den guten Zweck gespendet… 😉 , und den Rest behalte ich!!!
  • Welcher Tag in der Woche ist Dir der liebste?
    Sonntag – bin ja auch ein Sonntagskind!
  • Was findest Du an Dir banal?
    Meine Sammelleidenschaft – wenn es Serien gibt (z.B. bei Büchern), dann will ich die auch komplett und nicht nur Einzelteile!
  • Wonach riecht Deine Kindheit?
    Nach Lavendel von meiner Oma, Kartoffelsuppe von meinem Opa, Vanilletee und geschälten Apfelsinen an Weihnachten – soo schön…
  • Welches Lied würdest Du Deinem liebsten Menschen vorsingen?
    Oh. Da ich viel und gerne singe, ist das unmöglich zu sagen! Ich singe meinem Mann oft vor und meiner Enkelin sowieso – im Moment mag ich das Lied „Castle on a cloud“ aus „Les Miserables“ sehr!
  • Wofür würdest Du in zehn Jahren gerne mehr Zeit haben?
    Für meine Enkelin.
  • Lachst Du auch, wenn Du allein bist?
    Ja klar – wenn ich meine Katzen beobachte und wenn ich ein lustiges Buch lese.
  • Hast Du in Deinem Leben genug Liebe bekommen?
    Ich hole mein Defizit aus dem ersten Lebensdrittel dank meines Mannes und meiner Enkelin langsam auf…
  • Würde Deine Partnerschaft es überleben, wenn einer von Euch ein Jahr lang am anderen Ende der Welt leben würde?
    Ja. Aber ich… ???
  • Ist Erfolg eine Illusion?
    Nein, aber relativ.
  • Hast Du heute schon etwas geteilt?
    Ja, ein Lächeln mit meinem Mann und ein Stück Kuchen mit meiner Enkelin.
  • Was wünschst Du Dir für Dein Leben?
    Dass ich fit im Kopf (und einigermaßen auch körperlich gesund) bleibe und dass später mal jemand liebevoll an mich denkt, wenn ich nicht mehr lebe.
  • Macht es die Tatsache, daß Du etwas noch nie getan hast, reizvoller oder weniger reizvoller für Dich?
    Definitiv reizvoll!

So, mal nachdenken, an wen ich das Stöckchen weiter gebe…


Juchhu, es hat geschneit!

                                                   
  Endlich – seit letzter Nacht ist alles ganz dick eingeschneit!!! Ich wohne nun seit fast elf
  Jahren hier am Niederrhein, und das ist erst das dritte Mal, dass es so geschneit hat.
  Eigentlich stamme ich ja aus dem Teutoburger Wald, und da ist das nix Besonderes,
  aber hier schon, und ich hab’s sooo vermisst! Alle Bäume und Sträucher tragen dicke
  Schneemützen, es sieht alles ganz weich und weiß aus, wie überzuckert, und es ist ganz
  wunderbar still draußen. Jedenfalls war das heute Morgen so, und ich habe mit
  Begeisterung den Schnee aus unserem Eingang geschüppt. Im Garten um die Ecke
  spielen Kinder mit Schlitten und haben einen echten großen dicken Schneemann gebaut –
  einen Schneemann hab ich seit Jahren nicht mehr zu Gesicht gekriegt… Unser
  Vogelhäuschen wird auch ganz schön angeflogen, und die Katzen sitzen schnatternd an
  der Terrassentür und gucken zu! Wenn das Licht besser wird, gehe ich mal mit meiner
  Kamera nach draußen und fotografiere ein bißchen. Kinder, ist das schön… Winter!  


Buchbesprechung

Maurice der Kater“ von Terry Pratchett

Auf die Scheibenwelt bin ich zum ersten Mal aufmerksam geworden durch das tolle Hörbuch „Total verhext“.
„Maurice der Kater“ ist nun der erste „Scheibenwelt“-Roman, den ich gelesen habe. Hauptperson ist Maurice, ein
sprechender und denkender, „sich seinem Selbst bewusster“ Kater. Maurice hat sich mit einer Horde ebenfalls
sprechender und denkender Ratten sowie Keith, einem kleinen Flötenspieler, zusammen getan. Gemeinsam reisen
sie von Stadt und Stadt, verursachen dort eine Rattenplage, die dann  von Keith ganz nach Manier des „Rattenfängers
von Hameln“ beseitigt wird – natürlich gegen Bezahlung! Mit dem Geld wollen die Ratten eines Tages eine eigene
Rattenrepublik gründen, und Maurice will sich bei einer alten Dame als Glückskatze, die hin und wieder ein Goldstück
findet, zur Ruhe setzen. Nach und nach kommen allen Beteiligten aber Bedenken. Nur noch ein einziges Mal, beschließen sie, landen aber in einer sehr merkwürdigen, sehr armen Stadt. Dort lernen sie die verrückte Malizia, Tochter des Bürgermeisters und märchen-verliebt, kennen. Gemeinsam kommen sie einem großen Geheimnis und einem dicken Betrug auf die Spur und müssen schließlich sogar den Kampf ihres Lebens ausfechten. Dabei wird allen klar: nichts ist mehr so, wie es mal war…
Total spannend ist es, den Gedankengängen von Kater Maurice zu folgen. Okay. Die Ratten hatten von den Endprodukten einer verunglückter Zauberversuche der Scheibenwelt-Zauberer gefressen und dadurch zu denken gelernt. Aber Maurice? Er hatte nie Abfälle gefressen – wie also… Und ist es ethisch-moralisch eigentlich vertretbar, jemanden zu fressen, der sprechen kann? Auch die Ratten schlagen sich mit ähnlichen Problemen herum; was passiert eigentlich, wenn eine Ratte stirbt? Kommt dann die Große Knochenratte? Und wo bleibt das in einem drin, was denkt und träumt?

Fazit: Sarkastisch, satirisch, klug – ich mag dieses Buch! Vor allem, weil es auch sehr lustig ist: allein schon die ganzen Namen der Ratten („gebackener Schinken“, „Pfirsische“, „Sonnenbraun“, „gefährliche Bohnen“) sind es wert, dieses Buch zu lesen!

 „Maurice der Kater“ von Terry Pratchett ; ISBN: 3938899395, Seiten: 319; Carlsen-Verlag, Preis: 8,95 Euro


Buchbesprechung

 „Jesus liebt mich“ von David Safier

Marie ist eine etwas zu dicke, leicht verrückte, aber nette Person. Okay, sie hat die Trennung ihrer Eltern
nie ganz verwunden, aber sie ist sicher: sie träumt von einem Ehemann und Kindern und ist ganz glücklich,
als sie Krankenpfleger Sven kennenlernt. Den will sie eigentlich auch heiraten, bis sie vor dem Traualtar
feststellt, dass sie ihren Zukünftigen gar nicht liebt – und „Nein“ sagt. Prompt schmeißt ihr Verflossener sie
aus der gemeinsamen Wohnung, und sie kriecht erst mal bei ihrem Vater unter. Schreck lass nach: der hat
aber gerade Besuch von seiner blutjungen russischen Geliebten bekommen, was nicht unbedingt förderlich
ist für den Familienfrieden!
Maries Schwester, lesbisch, Comiczeichnerin und gerade genesen von einem Gehirntumor, bestärkt Marie darin, erst mal zur Ruhe zu kommen. Das ist aber leichter gesagt als getan: plötzlich steht nämlich ein sehr netter junger Mann, irgendwie seltsamer Mann vor der Tür von Maries Elternhaus – Joshua. Alias Jesus. Zimmermann, logisch, soll den Dachstuhl von Maries Elternhaus reparieren. Eigentlich ist er aber auf die Erde zurückgeschickt worden, um sein letztes Gefecht gegen den Teufel (übrigens in Gestalt von George Clooney) auszutragen und die Welt vor dem Untergang zu retten… Hilfe kriegt er dabei vom alten Pastor Gabriel, von dem sich heraus stellt, dass er eigentlich ein ehemaliger Engel ist und der unsterblich in Maries Mutter verliebt ist.
Es kommt, wie es kommen muss: Marie und Joshua finden Gefallen aneinander. Marie macht ihn mit Eiscreme und Salsatanz bekannt, er hilft ihr, die Beziehung zu ihren Eltern wieder zu kitten. Und ist sogar bereit, für sie sterblich zu werden und auf der Erde zu bleiben. Das ruft nun aber Gott höchstpersönlich (in Gestalt von Emma Thompson) auf den Plan. Und nicht nur Marie muss sich entscheiden…

Fazit: Ein niedliches Buch, lustig, locker. Prima geeignet zum Lesen vor dem Schlafengehen! Oder auch Geschenk für die beste Freundin. Übrigens muss man beim Lesen nicht nur kichern, sondern auch nachdenken: da gehts um Nächstenliebe etc., und man überprüft unwillkürlich sein eigenes Verhalten in dieser (und anderer) Hinsicht… Wertung: ***

 „Jesus liebt mich von David Safier; ISBN: 3463405520, 304 Seiten, Kindler-Verlag, Preis: 16,90 Euro; ***