Was man so sagt
Als sie lachte,
sagt man ihr, sie sei kindisch.
Also macht sie fortan ein ernstes Gesicht.
Das Kind in ihr blieb,
aber es durfte nicht mehr lachen.
Als sie reden wollte,
sagte man ihr, darüber spreche man nicht.
Also lernte sie zu schweigen.
Die Fragen, die in ihr brannten,
blieben ohne Antwort.
Als sie weinte,
sagte man ihr, sie sei einfach zu weich.
Also lernte sie, die Tränen zu unterdrücken.
Sie weinte zwar nicht mehr,
doch hart wurde sie nicht.
Als sie schrie,
sagte man ihr, sie sei hysterisch.
Also lernte sie nur noch zu schreien,
wenn niemand sie hören konnte,
oder sie schrie lautlos in sich hinein.
Als sie still war,
sagte man ihr, jetzt sei sie richtig.
Sie selber
sagte gar nichts mehr.
Und die anderen wunderten sich,
warum man nichts mehr
von ihr hörte…
-frei nach Kristiane Allert-Wybranietz-
7.12.2011 bei 21:18
Dies ist ein sehr schönes Gedicht. Leider hast Du es nicht ganz veröffentlicht. Ich gehe daher davon aus, das die veröffentlichten Zeilen in Deinem Blog Dich selber betreffen. Du bist wirklich zu bedauern. Du solltest Dich befreien von einem Menschen, der Dich unterdrückt und Deine Gefühle nicht wirklich wahrnimmt.
Ganz liebe Grüße Pellworm
31.12.2011 bei 16:09
Geht schon…
Einige Zeilen passen sicherlich auf mich. Aber trifft das nicht irgendwo auf fast jeden von uns zu? Das Original endet allerdings noch viel krasser - und macht richtig betroffen, aber dessen Ende passt doch eher in die Zeit des Entstehens (80er Jahre). In der heutigen schnelllebigen Zeit sind es meiner Meinung nach weniger die Drogen als Sprachlosigkeit und Einsamkeit, unter denen viele Menschen leiden…