Ein wundervolles Buch lese ich gerade: „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett! Aufmerksam geworden bin ich durch den Film von 1993, der gerade wieder auf ARTE lief; vorher kannte ich nur die alte Schwarz-Weiß-Version von 1949.

Die Handlung ist schnell erzählt: Mary wächst in Indien auf, wird dann jedoch zu ihrem Onkel nach England geschickt, als ihre Eltern sterben. Ihr Onkel ist jedoch ständig auf Reisen und will zunächst einmal keinen Kontakt zu ihr. Also erkundet Mary auf eigene Faust das riesige, düstere Schloß und schließt Freundschaft mit Dickon, dem Bruder des Hausmädchens Martha, der ganz in der Natur zuhause ist, Tiere und Blumen liebt. Nachts hört Mary auf einmal eine Stimme – aber niemand will ihr erklären, was es damit auf sich hat. Also geht sie allein dem Weinen nach, und findet Colin, den Sohn ihres Onkels, allein in einem dunklen Zimmer liegend, angeblich sehr krank, gelähmt, bald sterbend.

Die beiden Kinder freunden sich an; Mary erfährt, dass Colins Mutter bei einem Unfall von einer Schaukel fiel, dadurch eine Frühgeburt hatte und nach seiner Geburt starb. Diesen Schicksalsschlag hat ihr Mann nie verwunden, und das ist auch der Grund, warum Colins Vater, Marys Onkel, andauernd auf Reisen ist: er flieht vor der Erinnerung, hat Angst, seinen Sohn auch noch zu verlieren, und lässt daher keine Zuneigung zu ihm zu. Mary begreift, dass Colin eigentlich nur einsam ist, dass sich niemand um ihn kümmert, seine Krankheiten nur eingebildet sind. Sie beschließt, das zu ändern.

Und sie erzählt Colin von dem geheimen Garten. Den hat Mary kurz vorher entdeckt; es ist der Garten, in dem Colins Mutter starb, und mit Hilfe eines Rabens findet Mary den Schlüssel zum Gartentor. Zusammen mit Dickon bringt Mary den verwahrlosten Garten wieder in Schuss, pflanzt neue Blumen, schafft ein kleines blühendes Paradies.

 Und eines Tages reißt sie Colin aus seiner Lethargie, zeigt ihm den Garten, die Tiere, die Natur. Nach und nach erblüht auch Colin dort, lernt das Gehen wieder, das Spielen, Lebensfreude, wird zu einem ganz normalen Jungen. Und als Colins Vater überraschend zurückkehrt, findet er erstaunt und gerührt seinen gesunden Sohn in diesem Garten – und endlich kehrt wieder das Lachen in dem großen Schloß ein.

Das alles wird filmisch wunderbar umgesetzt: traumhaft schöne Bilder aus dem Garten, dazu tolle kleine Schauspieler – eine zauberhafte, fesselnde Geschichte voller Romantik für Kinder und Erwachsene, die noch an die Freundschaft glauben. Wer den Film mag, MUSS das Buch dazu lesen; die Sprache fasziniert, hält einen in Bann und lässt einen nicht mehr los. Dazu gibt es sehr gelungene Illustrationen, die das I-Tüpfelchen auf dem Ganzen sind, und das Lesen des Buches auch mit jüngeren Kindern ermöglichen. Ich freue mich, es weiter zu lesen… derzeit hat es mir nämlich gerade mein Mann gemopst, der es mit mindestens ebenso viel Freude liest! 😉

Der geheime Garten
Autorin: Frances Hodgson Burnett; Verlag: Gerstenberg; Seiten: 221; ISBN: 3836951185; Preis: 19,95 Euro
DVD: 18,45 Euro