Kategorie: Sehenswertes

Buchbesprechung: „Der geheime Garten“

Ein wundervolles Buch lese ich gerade: „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett! Aufmerksam geworden bin ich durch den Film von 1993, der gerade wieder auf ARTE lief; vorher kannte ich nur die alte Schwarz-Weiß-Version von 1949.

Die Handlung ist schnell erzählt: Mary wächst in Indien auf, wird dann jedoch zu ihrem Onkel nach England geschickt, als ihre Eltern sterben. Ihr Onkel ist jedoch ständig auf Reisen und will zunächst einmal keinen Kontakt zu ihr. Also erkundet Mary auf eigene Faust das riesige, düstere Schloß und schließt Freundschaft mit Dickon, dem Bruder des Hausmädchens Martha, der ganz in der Natur zuhause ist, Tiere und Blumen liebt. Nachts hört Mary auf einmal eine Stimme – aber niemand will ihr erklären, was es damit auf sich hat. Also geht sie allein dem Weinen nach, und findet Colin, den Sohn ihres Onkels, allein in einem dunklen Zimmer liegend, angeblich sehr krank, gelähmt, bald sterbend.

Die beiden Kinder freunden sich an; Mary erfährt, dass Colins Mutter bei einem Unfall von einer Schaukel fiel, dadurch eine Frühgeburt hatte und nach seiner Geburt starb. Diesen Schicksalsschlag hat ihr Mann nie verwunden, und das ist auch der Grund, warum Colins Vater, Marys Onkel, andauernd auf Reisen ist: er flieht vor der Erinnerung, hat Angst, seinen Sohn auch noch zu verlieren, und lässt daher keine Zuneigung zu ihm zu. Mary begreift, dass Colin eigentlich nur einsam ist, dass sich niemand um ihn kümmert, seine Krankheiten nur eingebildet sind. Sie beschließt, das zu ändern.

Und sie erzählt Colin von dem geheimen Garten. Den hat Mary kurz vorher entdeckt; es ist der Garten, in dem Colins Mutter starb, und mit Hilfe eines Rabens findet Mary den Schlüssel zum Gartentor. Zusammen mit Dickon bringt Mary den verwahrlosten Garten wieder in Schuss, pflanzt neue Blumen, schafft ein kleines blühendes Paradies.

 Und eines Tages reißt sie Colin aus seiner Lethargie, zeigt ihm den Garten, die Tiere, die Natur. Nach und nach erblüht auch Colin dort, lernt das Gehen wieder, das Spielen, Lebensfreude, wird zu einem ganz normalen Jungen. Und als Colins Vater überraschend zurückkehrt, findet er erstaunt und gerührt seinen gesunden Sohn in diesem Garten – und endlich kehrt wieder das Lachen in dem großen Schloß ein.

Das alles wird filmisch wunderbar umgesetzt: traumhaft schöne Bilder aus dem Garten, dazu tolle kleine Schauspieler – eine zauberhafte, fesselnde Geschichte voller Romantik für Kinder und Erwachsene, die noch an die Freundschaft glauben. Wer den Film mag, MUSS das Buch dazu lesen; die Sprache fasziniert, hält einen in Bann und lässt einen nicht mehr los. Dazu gibt es sehr gelungene Illustrationen, die das I-Tüpfelchen auf dem Ganzen sind, und das Lesen des Buches auch mit jüngeren Kindern ermöglichen. Ich freue mich, es weiter zu lesen… derzeit hat es mir nämlich gerade mein Mann gemopst, der es mit mindestens ebenso viel Freude liest! 😉

Der geheime Garten
Autorin: Frances Hodgson Burnett; Verlag: Gerstenberg; Seiten: 221; ISBN: 3836951185; Preis: 19,95 Euro
DVD: 18,45 Euro


+ Loriot

Wehmut, Trauer – und trotzdem ein leises Lächeln.
Gestern Abend ist Loriot gestorben, Deutschlands größter Humorist.
Vicco von Bülow wurde 87 Jahre alt.
Er hat mich mit seinem Sketchen durch meine Kindheit und Jugend begleitet.
Unvergessen bleiben Klassiker wie „Die Nudel“ mit der tollen Evelyn Hamann, Hoppenstedts,
Herr Müller-Lüdenscheid, „Die Steinlaus“, „Kosakenzipfel“, Jodeldiplom oder auch „Das Bild hängt schief“…
Sie haben mich zum Lachen gebracht, Herr von Bülow.
Danke dafür!

 


La Paloma

Jeder kennt das Lied „La Paloma“ – die Älteren wahrscheinlich in der Version von Hans Albers im Streifen „Große Freiheit Nr. 7„. Unter dem Titel „La Paloma. Sehnsucht. Weltweit“ habe ich vor ein paar Tagen zu mitternächtlicher Stunde eine sehr interessante Doku zu dem Lied gesehen.
Demnach wurde „La Paloma“ als kubanische Habanera von dem Basken Sebastián Iradier komponiert. Wie so oft erinnert sich an den Komponisten kaum noch jemand – wohl aber an sein Lied. Es wird nahezu überall auf der Welt gespielt, aber immer mit verschiedenen Texten und vor allem auch zu verschiedenen Anlässen: im Banat (Rumänien) erklingt es bei Beerdigungen und soll die Angehörigen trösten. Im Baskenland ist es ein Liebeslied. Im KZ Theresienstadt musste es ständig von der Big Band „Ghetto Swingers“ (welch ein Name!!!) gespielt werden – weil es sich diejenigen, die gerade bei den Selektionen für die Gaskammer aussortiert worden waren, immer wieder wünschten. In Sansibar wird es nach wie vor bei Hochzeiten gespielt, in Mexiko hat es einen revolutionären Hintergrund (dort sangen es die Anhänger von Präsident Benito Juarez als Protest gegen den von Napoleon III. eingesetzten sog. Kaiser von Mexiko, Maximilian I.)
Nicht nur Hans Albers (dessen leicht „angesäuselte“ Version übrigens damals von Joseph Goebbels verboten wurde) oder Freddy Quinn haben das Lied berühmt gemacht, u.a. wurde es auch in einer Version von Elvis Presley veröffentlicht, der es 1961 in dem Film „Blue Hawaii“ sang.

In der „Doku La Paloma. Sehnsucht. Weltweit“ wird u.a. ein Sammler vorgestellt, der über 860 Versionen des Liedes als Schallplatte etc. hat – da kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mehr einschl. Ausschnitte, Interviews etc. gibt es hier auf der offiziellen Website.


Konzert des Jahres: „Take That“ und Robbie Williams

Da wir lange nicht mehr richtig was unternommen haben, schon gar nicht hinsichtlich eines Konzert-Besuchs o.ä., haben wir uns neulich spontan zwei Karten für das Konzert von „Take That“ und Robbie Williams in Düsseldorf gesichert. Und uns vorgenommen, den Tag richtig zu genießen: vorher gehen wir im Café Heinemann nett was essen und fahren dann schon gegen 16.30 Uhr Richtung espritArena, um keinen Parkplatz-Stress zu haben.
Was auch gut ist: wir schaffen es gerade so, bevor der große Schwung der Besucher eintrifft…

Vor der Halle mache ich erst mal große Augen: was da an Trucks vor der Halle steht, ist unglaublich! Fast 40 Stück – naja, eine Tour, die 56 Millionen gekostet hat, muss so einiges an Equipment mitschleppen. Zur Feier des Tages gönne ich mir einen Caipirinha, den eifrige fleißige Helfer von den Cocktail-Ständen aus durch die Menge schleppen. Lecker! Zwischendurch geht der Blick immer wieder besorgt zum Himmel: wird es trocken bleiben? Ich habe keine Lust, im Regen zu sitzen wie die armen Leute beim Konzert in Hamburg – dort spielte die Band bei widrigen Wetterverhältnissen unbeirrt durch. Leider ist das Dach der espritArena auf Wunsch von „Take That“ auch in Düsseldorf offen. Ob das gut geht? Nein, geht es nicht: pünktlich um 17.30 Uhr öffnet der Himmel seine Schleusen, und ich bedaure die armen Mädels, die in ihren dünnen T-Shirts schon im Innenraum stehen und gut nass werden.
Überhaupt – die Mädels! Der Frauenanteil unter den Zuschauern ist erwartungsgemäß hoch. Wie die Band auch sind die Mädels im gereiften Alter; viele seit den 90ern treue Fans. Aus den kreischenden Teenies von damals sind aufgeregte Mütter geworden, die sich mit ihren Freundinnen für diesen Abend verabredet oder ihre Töchter im Schlepptau haben; inzwischen ebenfalls mit dem TT-Virus infiziert – überall hört man aufgeregtes Geraune und Gequieke à là „Robbie-Robbie-ich-bin-so-aufgeregt“. Naja, für Fans verständlich: es dürfte fraglich sein, ob die Band und Robbie je noch einmal zusammen auf Tour gehen…

In der Arena angekommen, sind wir überrascht: tolle Plätze, genau in der Mitte, klasse Blick auf beide Bühnen – und das Dach ist nun doch geschlossen!!! An der regennassen mittigen Bühne sieht man, warum… Uns ist’s recht, wir haben es gemütlich. Mit zehn Minuten Verspätung beginnen um 19.10 Uhr die openers, die „Pet Shop Boys„. Synthie-Pop vom Feinsten, und ich werde ganz nostalgisch bei den Hits aus den 90ern. Lustig sind auch deren Tänzer: bunte hautenge Anzüge, die Köpfe in dicken Schaumstoff-Würfeln steckend.  Sänger Neil Tennant  erinnert mit West End Girls an die verstorbene Amy Winehouse. Etwa eine Dreiviertstunde spielen sie, dann ist noch mal eine längere Pause, bis 20.30 Uhr. Und das Publikum wird langsam ungeduldig…

Aber dann sind sie da, alles kreischt wie verrückt, wir schauen uns grinsend an, finden alles etwas gaga, genießen aber die Atmosphäre. Übrigens ein dickes Lob an die Techniker und Musiker: eine tolle Abmischung und klasse Sound, der Bass wummerte einem wie Herzschlag in der Brust, die Songs erreichen jeden Winkel der Halle. Und die Show ist ein Traum! Kein Wunder, „Take That“ haben als Kreativdirektorin Kim Gavin verpflichtet, die auch die Abschlußfeier von Olympia 2012 in London gestalten wird. Ganz tolles Bühnenbild, und dazu klasse Tänzer, das 24-köpfige Ballett  ist vom Feinsten. Schöne Ideen – da tanzen auf einmal Schmetterlinge, Feen und eine dicke Raupe (auf der man sogar reiten kann!) über die Bühne, weiß gekleidete Gestalten wirbeln rote Lampen herum, die als rote Lichter über den Steg zwischen beiden Bühnen kreiseln, Fackeln leuchten, dicke Trommeln werden geschlagen, ein goldener Funkenregen sprüht über die Bühne – uff! Na, und dann erst der Om, der riesige Roboter, der über der Bühne schwebt und einen aus roten Augen anfunkelt! Noch besser ist aber seine Frau, die im dritten Teil der Show auftaucht und erst kniet, dann durch die Zuschauer bis zur kleinen Bühne gefahren wird und sich schließlich aufrichtet, bis sie gut 20 Meter groß ist – Sternchen flimmern über sie, sie breitet ihre Arme aus, als wolle sie jeden in den Arm nehmen… eine supergeniale Bühnen-Show!!!

Im ersten Teil „Take That“ allein, die vier Jungs singen einige ihrer Titel, die in der Zeit ohne Robbie Williams entstanden. Dann steigt der Kreisch-Faktor in unglaubliche Höhen: zu den Klängen von Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band entert Robbie die Bühne – die Leute flippen aus. Gleich sein erster Song ist der Beste: Let me entertain you – Robbie brüllt, schwitzt, schreit, tanzt, fegt über die Bühne, sein Lieblingsword ist immer noch „f…“, seine Gesten gleiten nur zu gerne immer wieder mal ins Obszöne ab – oh ja, er ist immer noch der „Bad Boy“. Und er genießt es. Spielt mit seinem Image, weiß, ER ist immer noch der Star des Ganzen, lässt sich per Kran über die Köpfe der Fans fahren, schüttelt grinsend Hände. Sollte man vielleicht sagen: Konzert von Robbie Williams und Band??? Aber der „Bad Boy“ kann auch anders, widmet Angel der verstorbenen Amy Winehouse, den Menschen in Oslo, die jemanden bei der Tragödie verloren haben, überhaupt allen, die gerade ein bißchen Trost und Hoffnung und Liebe brauchen.

Der dritten Teil beginnt spektakulär: Spidermen erklimmen die riesige Bühnenwand, klettern rauf und runter, stürzen sich schließlich gar in einen echten Wasserfall. Jetzt sind Band und Robbie zusammen on stage. Aber erst mal müssen sie hinkommen; schließlich stehen sie oben auf einer Empore. Und auch hier wieder eine Extra-Tour von Robbie, der sich kopfüber abseilen lässt… Nach neueren Stücken gibts eine ruhigere Pause mit a capella-Stücken, und dann kommen die ganzen alten Sachen. Das wollen die Leute hören, sind textsicher, alles wird mitgesungen und frenetisch bejubelt. Ein würdiges Finale; die Fünf wissen, was ihre Fans hören wollen. Selbst mir als „Nicht-TT-Fan“ gefällt das.

Fazit: für 2 Stunden und 20 Minuten ist man völlig weg, guckt fasziniert auf die Bühne, lässt sich von Musik und Licht verzaubern und taucht danach wie betäubt aus einer anderen Welt wieder auf. Und genau das ist es doch, was Musik erreichen soll, oder? Ich finde: wegen der Bühnenshow und wegen Robbie eines der besten Konzerte meines Lebens – auch MIT „Take That“…   😉  ! ♥♥♥♥♥♥

(Wer einen kleinen Eindruck vom Konzert haben will: hier gibts ein kleines Video vom Finale – leider nur in Handy-Qualität, aber „professionelle“ Kameras wie DSLR’s waren in der Halle leider verboten…)


Unser Rosenbogen

Jedes Mal, wenn ich in diesen Tagen unseren Garten betrete, bin ich total begeistert von unserem Rosenbogen. Den gibt es jetzt seit drei Jahren, und erfreulicherweise bemühen sich die Rosen, in dicken roten Blüten um die Wette zu blühen. Jedes Mal, wenn ich ihn ansehe, bin ich einfach nur glücklich. Wie wunderschön… oder???

Unser Rosenbogen!


I love Josie

Diskutiere gerade mit meiner Tochter über Josie, die Schildkröte von Sascha Grammel. Wir sind beide Riesen-Fans von der süßen Schildkröte!!!

Die gelernte Bankkauffrau arbeitet Teilzeit auf 24-h-Basis als EC-Automat im Außendienst. Mit tiefer gelegtem Tresorraum, Minibar und externem Mikrofon bietet die erst 113-jährige Schildkröte technischen Standard auf höchstem Niveau. Im Mittelpunkt ihres Handelns steht der unbändige Wille, durch individuellen Service und außergewöhnliche Flexibilität auch ausgefallene Kundenwünsche zu erfüllen. Ihren leicht übertriebenen Hand zur Bürokratie gleicht sie mit ihrem unwiderstehlichen Charme und ihren großen Kulleraugen locker wieder aus.

Josie über sich
Ich bin… eher der häusliche Typ
3 Dinge, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde: Sonnencreme für meine empfindliche Haut, mein Quietsche-Entchen und ausreichend Wechselgeld
Das macht mich wütend: Negativbelegdifferenzen im Kassenjahresabrechnungszeitraum
Mein liebster Aufenthaltsort: ein frisch durchgewischter, wohltemperierter Tresorraum
Liebste Freizeitbeschäftigung: Schnellrechnen
Dafür würde ich alles geben: Karamelleis mit Schokoladensauce


Seminar „Studiofotografie“ in Krefeld

   Am vergangenen WE war ich unterwegs: mehrtägiges Seminar in Krefeld zum Thema „Studiofotografie„. Dozent war
   Dirk Böttger, u.a. Buch-Autor mit eigenem Studio in Krefeld und Canon-Experte. Okay, letzteres war für mich als Nikonianerin
   nicht ganz so interessant 😉 , aber ich habe sehr viel gelernt! Und obwohl ich schon seit vielen Jahren fotografiere: Lernen kann man nie genug! Zumal ich ja jahrelang nur presse- und kaum studiomäßig unterwegs war…
Am ersten Tag ging es um Table-Top und Stills – und zwar vor allem um die richtige Belichtung. Manueller Weißabgleich, Belichtungsmessung mittels Graukarte, Schärfe richtig setzen mit Auswahl des richtigen Fokus-Punktes, Plus-Minus-Korrektur, Belichtungsreihen und sowas. Dirk hatte verschiedene Stationen aufgebaut, an denen wir uns „austoben“ konnten: z.B. Fotografieren einer Platine auf verschiedenen, farbigen Kartons, Blümchen in einem Lichtwürfel, weißer Teddy auf weißem und schwarzer Teddy auf schwarzem Hintergrund, oder Glassteine auf einer Durchlichtplatte. Auch wenn ich bei diesen Themen schon einiges an Hintergrundwissen hatte, habe ich doch viel hinzu gelernt. Vor allem die letzte Aufgabe stellte sich als ganz schön schwierig heraus: entweder war die verflixte Milchglasplatte gelbstichig oder die Glassteine nicht blau oder zu hell oder… arrrg*
Am nächsten Tag stand Portrait-Fotografie auf dem Programm. Vor allem mit Studioblitzen – jetzt wurde es für mich richtig spannend, weil ich mir ja vor kurzem welche zugelegt habe und dies auch Thema der nächsten Treffen unseres kleinen Fotoclubs werden wird. Wir haben verschiedene Blitze aufgebaut; zunächst einen, dann langsam rangetastet, bis hin zu sechs Blitzen. Dirk stand uns Modell, und wir machten nacheinander unsere Aufnahmen der verschiedenen Lichtsituationen. Klappte im Rundlauf ganz prima.
Hinterher gabs übrigens ein Lob von Dirk Böttger: der Kurs habe konzentriert gearbeitet und sich auch gegenseitig geholfen. Empfand ich auch so, stimmt. Kein Vergleich mit meinen Erfahrungen bei einem Portrait-Workshop an der VHS in Mönchengladbach… wenn ich nur an DEN chaotischen Kurs denke… Auch cool: in Krefeld muss man sich keine Butterbrote mitnehmen; die haben dort ein tolles kleines Bistro mit gutem Essen, geben Vormittags eine Karte zum Aussuchen rund, und Mittags geht dann der ganze Kurs gemeinsam futtern.
 

Was habe ich nun bei diesem Workshop gelernt?

  • Dass man bei Dozent Dirk Böttger unbesorgt Kurse buchen kann: Umgangston, Inhalte etc. sind klasse.
  • Dass man im Studio am besten mit schwarzem Hintergrund anfängt – und mit einer Lichtquelle (gibt ja auch nur eine Sonne).
  • Dass ein Blitz-Belichtungsmesser ein sehr sinnvolles Zubehör ist.
  • Dass man an meiner D300 tolle Sachen in den Untermenüs einstellen kann, in dessen Tiefen ich vorher noch nie vorgedrungen war.
  • Dass man folglich jede Gebrauchsanleitung wirklich GENAU lesen sollte.
  • Und dass es noch einmal riesige Unterschiede zwischen Kameras verwandter Baureihen wie z.B. D90 und D300 gibt; allein die Farbstimmung der D300 ist ganz anders…
  • Dass Nikons zum Ärger der Canon-User anscheinend mehr Belichtungsspielraum haben: unsere Canonen mussten alle schon Blende 16 einstellen, während wir Nikonianer noch mit 22 arbeiten konnten, hihihi!

Und die wichtigste Erkenntnis:

  • Dass man für Studio-Fotografie leider viel Platz braucht, wir an unser Haus also demnächst anbauen müssen…    

Anbei ein paar Workshop-Fotos vom Tabletop-Tag; nichts Besonderes, nur als Anschauungsmaterial…
(=> Klick aufs Bild macht größer!)

Blümchen I         Blümchen II          Blümchen II           Blümchen IV          Steinchen auf Durchlicht


Lügendetektor

Einfach mitlachen!


Classic Days auf Schloß Dyck

Sind am vergangenen Samstag bei den „Classic Days“ auf Schloß Dyck gewesen. Schöne Sache! Obwohl ich ja mit Autos sonst nischt am Hut habe, war ich total begeistert, und meine Kamera hat auch endlich mal wieder ordentlich Futter bekommen. Wunderschöne Oldtimer gab es zu bestaunen, dazu tolle alte und neue Rennwagen und auch Motorräder. Es war schon ein Erlebnis, die „Racing Legends“ mal aus der Nähe zu bestaunen: auf einem Rundkurs donnerten die alten Teile ganz schön los! Ich hätte nie gedacht, dass die Dinger damals in den Zwanzigern und Dreißigern schon sooo schnell waren! Und einen Krach machten die Dinger… lustig…

Toll fand ich vor allem die Vorstellung der alten und seltenen Schönheiten im Park. Was man da für Schätzchen zu sehen bekam – mir sagte das Gerede von Hubraum und Zylindern ja nicht viel, aber allein der Anblick ließ einem das Herz aufgehen. DAS waren noch Autos! Diese Formen, diese Farben und Linien, und mit wieviel Liebe die Besitzer dabei waren… Was mich sehr beeindruckte, war der (das?) RAK II, ein Auto mit Raketenantrieb, in dem Fritz von Opel am 23. Mai 1928 mit fast 240 km/h über die Berliner Avus dahinjagte. Das Ding hat Tragflächen wie ein Flugzeug, und bis dato hatte ich so ein Teil noch nie gesehen, geschweige denn etwas von dessen Existenz gewusst! Das Ambiente stimmte im übrigen auch: im Park machten die Leutchen Picknick, viele in zeitlich passende Outfits gekleidet. Da gab es ein Fläschchen Schampus, und zwischendurch wandelte ein Trio und machte stimmungsvolle Salonmusik von damals – herrlich!

Das Einzige, was irgendwie nicht so ganz klappte, war die Sache mit dem Parken. Erst mal kurvten der GöGa und ich wie besessen durch die Gegend, um herauszufinden, wo wir denn parken durften. Ein Polizist, den wir fragten, hatte auch null Ahnung, war aber freundlichst darauf bedacht, uns an das doch leicht undurchschaubare Parksystem zu verweisen. Wir also einige Male hin- und hergefahren. Mit uns diverse Teilnehmer mit ihren Oldtimern, die auch hin- und hergeschickt wurden: wenn wir von einem Punkt in die andere Richtung fuhren, kamen uns immer die selben, ebenfalls herumirrenden Autos entgegen… Schließlich fanden wir dann endlich einen „Park-and-Ride-Parkplatz“. Nu jut, hieß es doch im Vorfeld auf der Homepage, dass die Besucher von Shuttle-Bussen zum Schloß gebracht würden. Ähm… was aber leider Definitionssache war! Unser Shuttle-Bus schmiss uns jedenfalls mitten in einem Dorf an einem Kreisverkehr – raus! Von da ab hieß es – Laufen! Und zwar noch ungefähr zwei Kilometer. Kein Vergnügen mit einem nach und nach immer schwerer werdenden Fotorucksck auf dem Rücken… und zurück mussten wir dann auch wieder latschen…
Der GöGa und ich nahmen es mit Humor und als Fitnessprogramm, aber die irritierten Blicke der anderen Shuttle-Bus-Mitreisenden waren schon gut! 😉

Da ich viele RAW’s aufgenommen habe, bin ich noch mitten in der Bild-Bearbeitung; nachfolgend aber schon mal ein paar Fotos als erster Eindruck! => Klick => Großansicht!

dsc_6267_bearbeitet-kleiner.jpg     dsc_6271_bearbeitet-kleiner.jpg      dsc_6308_bearbeitet-kleiner.jpg     dsc_6339_bearbeitet-kleiner.jpg     dsc_6395_bearbeitet-kleiner.jpg     dsc_6422_bearbeitet-kleiner.jpg     dsc_6458_bearbeitet-kleiner.jpg       dsc_6472_bearbeitet-kleiner.jpg       dsc_6485_bearbeitet-kleiner.jpg       dsc_6543_bearbeitet-kleiner.jpg       dsc_6572_bearbeitet-kleiner.jpg


Moderne Kunst!??

Im Urlaub kann man ja nette Kurz-Trips machen: gestern sind wir nach Essen gefahren und durch das Einkaufszentrum am Limbecker Platz gebummelt. Sehr nett dort; schöne helle Architektur, viele Läden über drei Etagen verteilt, darunter mehrere „Kitsch- und Kram“-Läden zum Stöbern. Auch die Stadt selber hat uns überrascht: das, was wir von Essen gesehen haben, machte einen modernen, freundlichen und dank vieler Bäume auch sehr „grünen“ Eindruck – das Klischée vom stinkenden, dreckigen Ruhrgebiet kann man sich allmählich wirklich abschminken.
Und weil wir schon mal da waren, wollten wir auch gleich noch ein wenig Kultur mitnehmen und besuchten das weltberühmte Folkwang-Museum. Dort gibt es z.Zt. eine Ausstellung namens „Das schönste Museum der Welt„, in deren Mittelpunkt die Sammlung des Museums an sich steht. Zuerst einmal sahen wir jedoch – nichts. Wie viele andere Besucher auch. Am Eingang stand zwar links an einer Wand ein kleiner Hinweis, dass der Teil „Fotografische Sammlung etc.“ gerade geschlossen ist – nur dachten wir, dies beziehe sich auf einen oder höchstens zwei Säle und nicht auf den gesamten linken Teil des Museums! Also irrten wir mit ziemlich fassungslosen Gesichtern durch die leeren, weißen, riesigen Räume und kamen uns schon ziemlich vereimert vor. Irgendwie dürfte es doch wohl kein Problem sein, am Eingang mal ein vernünftiges und vor allem GRÖßERES Hinweisschild aufzustellen… Das Beste war: in diesem völlig leeren Teil (der Altbau) fanden dennoch Führungen statt! Was zum Geier haben sich die Menschen da angeguckt???
In einer Ecke fanden wir dann endlich die ersten Bilder. Und eine Skulptur. Die bestand aus zwei Holzlatten, Maschendraht, etwas Farbe und einer angepinselten Ledertasche. Hm ja. Modern halt. Und die Bilder… das eine war riesig hoch, ziemlich schmal, fast komplett schwarz, nur unten am Rand erblickte man einen welligen weißen Streifen. Das Ganze hatte angeblich mit der Griechischen Antike, der Auferstehung des Odysseus oder irgendwem aus der griechischem Mythologie zu tun. Soso. Schwarzes Bild mit weißem Streifen. Griechische Antike. Klaro.
Nun gut, also zu den bekannteren Malern gewechselt. Von denen hat das Museum ja einiges an Werken zu bieten, u.a. von Van Gogh, Renoir, Gauguin, Cézanne, Manet, Matisse, Nolde, Liebermann, Modersohn-Becker, usw. Ich habe dabei festgestellt, dass ich nie ein Fan des Expressionismus werde und auch nicht der Moderne; ich mag nun mal vor allem den Impressionismus mit dem unvergleichlichen Monet, und auch sehr die Vertreter aus früheren Jahrhunderten. Aber zum Glück ist und bleibt Kunst ja Geschmacksache…
Van Gogh war schön, von Renoir gab es ein wunderschönes Bild einer Spaziergängerin, und die berühmten „Roten Pferde“ von Franz Marc sehen in Natura einfach toll aus, sehr kraftvoll, sehr leuchtende Farben. Aber sonst? Oh je! Die Gesichter von Emil Noldes Christus-Altar ließen mich schaudern, Kandinsky muss auch nicht sein, ach ja, ein paar Teller aus Asien gab es noch, Holzfiguren aus Java, irgendwie war das alles doch eher enttäuschend. Sehr eigenartig auch die Menschen, die dort herum liefen: alle mit wichtigen Gesichtern und Möchtegern-Kunstkenner-Kommentaren – oh weh…
Nein, den Besuch hätten wir uns sparen können. Vielleicht war ich auch einfach zu enttäuscht, weil ich gerne
die Fotografische Sammlung gesehen hätte? Egal. Dafür haben wir heute viel Natur getankt, bei einem
Besuch im Sauerland am Biggesee. Die berühmte Atta-Höhle, eine von Deutschlands größten Tropfstein-Höhlen, haben wir auch beguckt: wirklich schöne Stalagmiten, Stalaktiten und Stalagmaten (na, was ist nu was???), aber warum man dort nicht fotografieren durfte, ist mir ein Rätsel (natürlich haben sich alle an das Verbot gehalten! 😉 ). Ein Rätsel auch, warum man das Ganze (vor allem die Führung) nicht etwas peppiger gestaltet hat. Und erst recht ein Rätsel, warum irgendwelche bekloppten Jugendlichen unbedingt ihre Initialen in einen über 1,5 Millionen gewachsenen/getropften Stein ritzen mußten…
So, und nun guckt frau gemütlich weiter Fußball-WM und freut sich über den 1:0-Sieg der Schweiz gegen den Titelfavoriten Spanien.            Da sach ich doch nur: Hopp Schwyz!

Und die Moral von der Geschicht‘: wo Kunst dran steht, ist nicht unbedingt auch Kunst drin!